Weiterentwicklung der Kernenergie – weltweit

„Weiterentwicklung der Kernenergie – weltweit“

Sehr verehrte Mitglieder der KETTENREAKTION und Besucher unserer Website

An seiner letzten Sitzung hat der Vorstand beschlossen, diesen neuen Titel auf unserer Website zu eröffnen. Wir werden darin in lockerer Folge eine Chronologie von Meilensteinen der weltweiten Kernenergie-Entwicklung sowie gute Artikel zu diesem Thema veröffentlichen. Sie sind herzlich eingeladen mitzuarbeiten, indem Sie uns auf wichtige Artikel und Ereignisse hinweisen oder eigene Beiträge (z.B. Leserbriefe) zur Veröffentlichung senden.

Wir beginnen mit einem Beitrag unseres Ehrenmitglieds Dr. Heinz Albers:

„Die neue Energiepolitik – eine Vorschau“.

Für Ihre freundliche Mitarbeit dankt Ihnen im Namen des Vorstands

Euer Präsident

Dr. Hans-Rudolf Lutz, Lostorf

 

 

Die neue Energiepolitik – eine Vorausschau
  1. Es werden weiterhin Solarzellen installiert werden. die Subventionskosten tragen die Strombezüger.
  2. Es wird weiterhin – und zunehmend – während der Frühjahrs-, Herbst- und Sommermonate und bei günstigem Wetter Solarstrom zur Verfügung stehen.
  3. Es werden zusätzliche Windräder installiert werden, deren Beitrag wird klein sein.
  4. Es werden weiterhin zu wenig Speicher für überschüssigen Solar- oder Windstrom zur Verfügung stehen. Grosse Speicher sind nur die hydraulischen Speicherkraftwerke.
  5. Der Strombedarf der Schweiz wird – abweichend vom Energiegesetz – zunehmen, und zwar sowohl im privaten, als auch im wirtschaftlichen und im öffentlichen Bereich.
  6. Die Zunahme des Strombedarfs findet im wesentlichen in folgenden Sektoren statt:
  • lokaler öffentlicher elektrischer Verkehr und SBB-Verkehr
  • elektrischer Last- und Automobilverkehr der Wirtschaft
  • privater elektrischer Automobilverkehr
  • häuslicher Bedarf
  • zunehmender Bedarf für Wärmepumpen
  1. Der Strombedarf soll gedeckt werden
  • mit Wasserkraftwerken
  • mit inländischen Solarzellen
  • mit inländischem Windstrom
  • durch Import von ausländischem Solar- und Windstrom
  1. Die beiden grossen Kernkraftwerke Gösgen und Leibstadt sowie Beznau werden weiterhin – ausgenommen während der jährlichen Revisionszeiten und während grösserer Reparaturen oder Nachbesserungen – zur Verfügung stehen.
  2. Wenn diese Kernkraftwerke – nach ca. 60 Jahren Betrieb (Annahme) – definitiv ausser Betrieb gehen werden, wird eine beträchtliche Stromlücke entstehen, die durch den Import von Strom gedeckt werden muss, z.B. durch
  • Import von Atomstrom aus Frankreich
  • Import von Kohlestrom aus Deutschland, aus Polen, etc.
  • Wenn es z.gg.Zt. nicht gelingt, Strom zu importieren, wird es «black-outs» geben.
  1. Die Annahme des neuen Energiegesetzes, dass ein beutender Teil der entstehenden Stromlücke durch inländische deutliche Mehrproduktion und durch radikales Sparen gedeckt werden kann, ist unrealistisch. Das Energiegesetz will den Stromkonsum um 13% senken; das wird nicht gelingen.
  2. Der Strombedarf wird ansteigen
  • wegen der Tendenz zu zunehmender Digitalisierung
  • wegen der Tendenz zu zunehmender Automatisierung
  • wegen der Tendenz zu zunehmender Robotisierung
  1. Meine Lagebeurteilung heisst:

Die Annahme, man könne die zu erwartende Erhöhung des Strombedarfs durch vermehrte Eigenproduktion im Bereich der «erneuerbaren» Energien» und durch radikales Sparen im «quasi normalen» Bereich auffangen, ist nicht realistisch.

  1. Das neue Energiegesetz meint modern zu sein, dabei will es die Zukunft nicht so sehen, wie sie sein wird. Das Energiegesetz (EnG) kann die sichere Stromversorgung einer auch in Zukunft hochmodernen Schweiz nicht sicherstellen.
  2. Das neue Energiegesetz ist nur scheinbar «klimagerecht», denn wir werden mit diesem Gesetz mittelfristig auf den Import von Kohlestrom nicht verzichten können.
  3. a. Bundesrat Kaspar Villiger hat gesagt: „Eine Willensnation muss wollen.“ Das gilt auch für diesen Sektor, und solches Wollen wird nicht einfach sein.

Heinz Albers, 30.5.2017

 

Fortschrittliche Länder bereiten sich auf ihre nukleare Zukunft vor:

Die Internationale Atom Energie Agentur (IAEA) hat mit 11 Ländern Verträge abgeschlossen, in denen die Prioritäten für den Transfer von Nukleartechnologie und technische Kooperationen, zur Unterstützung der nationalen Entwicklungsziele, festgelegt werden. Es sind dies die Länder Benin, Central Afrikanische Republik, Cuba, Honduras, Iraq, Jordanien, Kenya, Philippinen, Saudi Arabien, Uruguay und Vanuatu.

Werbung für Nukleares Knowhow und Arbeitsplätze:

Das spanische Nuklearforum wirbt für Nukleartechnologie. Die spanischen Nuklearindustrie, die Vertretungen in über 40 Ländern hat, ist eine Quelle von Wohlstand, schafft Tausende von Arbeitsplätze, und hat das technische Knowhow für einen zuverlässigen Betrieb der Spanischen KKW nach den höchsten Sicherheitsstandards. Die 7 KKW Spaniens haben ausgezeichnete Performance Indikatoren und sind erfolgreich in der Produktion von Elektrizität.

NRC (Sicherheitsbehörde der USA) bewilligt neues KKW

NRC hat eine kombinierte Bewilligung für Bau und Betrieb eines neuen (dritten) Blockes im KKW North Anna im Bundesstaat Virginia ausgestellt.

Sind Ausserbetriebnahmen von KKW teuer?

Frankreich’s Regierung will offiziell ihren Anteil am Strommix von ca. 75% Kernenergie auf ca. 50% reduzieren.

Die Europäische Kommission hat die Übernahme von New NP (die Firma, die den Nuclear reactor business der Areva Gruppe weiter führt) durch EDF genehmigt. Bereits am 10. Januar 2017 hatte die Europäische Kommission eine Staatshilfe von Euro 4.5 Milliarden von Frankreich an Areva genehmigt.

Geht man richtig in der Annahme, dass diese Massnahmen nur dazu da sind, um es der EDF zu erleichtern, 25% ihres Parks ausser Betrieb zu nehmen?

NRC (Sicherheitsbehörde der USA) bewilligt neues KKW:

NRC hat entschieden, eine kombinierte Bewilligung für Bau und Betrieb an Dominion Virginia Power, für einen dritten Block im KKW North Anna (Bundesstaat Virginia, USA), zu vergeben.

NRC bewilligt Leistungserhöhung:

NRC hat ihr Einverständnis zu einer Leistungserhöhung des Siedewasserreaktors Columbia um 1.7% gegeben. Dieses KKW nahm 1984 dem kommerziellen Betrieb auf und hat neu eine Leistung von 1210 MW.

Mit dem Ja zum Energiegesetz am 21.5.2017 hat die Schweiz auch der Änderung des Kernenergiegesetzes zugestimmt: Art. 106 Abs. 1 bis heisst: “Rahmenbewilligungen für Änderungen bestehender Kraftwerke dürfen nicht erteilt werden.“

Hans Achermann, Mollis 5. Juni 2017