Leserbriefe 2020

2 Wochen ohne Photovoltaikstrom in Deutschland

Während an Sommertagen die vielen Millionen Solarpanels in Deutschland bis zu 50% des Tagesstrombedarfs produzieren, herrscht im Winter häufig Dunkelheit. Ich habe auf der Website www.electricityMap.org vom 6. bis 20. Dezember 2020 den täglichen deutschen Strommix verfolgt. In dieser Zeitperiode lieferten die gleichen Panels einen Beitrag von weniger als einem Prozent! Die Windenergie war während den ersten 7 Tagen ebenfalls nicht vorhanden. In der 2. Woche waren es dann wieder etwa 30%. Gedeckt wurde der Restbedarf mit Kohle, Braunkohle, Gas, Wasserkraft, einem kleinen Rest von Kernenergie und Importen (z.B. Kernenergie aus Frankreich).

Die Schweiz hat in der gleichen Periode kräftig deutschen Dreckstrom (belastet mit bis zu 400 Gramm CO2 pro Kilowattstunde!) importiert und z.T. weiter nach Italien exportiert. Dabei ging es natürlich nur um Ausnützen von Preisdifferenzen. Falls Deutschland, wie grossmäulig angekündigt, auch noch aus Kohle und Gas aussteigen sollte, dann werden Blackouts im Winter fast nicht mehr zu vermeiden sein.

Hans Rudolf Lutz, alt Kantonsrat, Lostorf                                 21. Dezember 2020

Bremsen des weltweiten CO2-Ausstosses mit mehr Atomstrom

Der Artikel im Bund „Leben und Wissen“ im OT vom 18. 2. 2020 erwähnt „mehr Atomstrom“ als einen der Gründe für die Reduktion des CO2-Ausstosses weltweit. Kernenergie gehört zusammen mit Wasserkraft und Windenergie zu den Elektrizitätserzeugungsarten mit der geringsten CO2-Belastungen pro Kilowattstunde. Fotovoltaik ist 4 Mal schlechter, aber immer noch 10 Mal besser als das „Grüne-Blatt-Erdgas“.

Die kumulierte Menge von hoch radioaktiven Abfällen beträgt mittlerweile ca. 500‘000 Tonnen weltweit. Sie ist vor allem in den abgebrannten Brennelementen vorhanden. Gelagert entweder in 100 Tonnen schweren Castro-Typ-Behältern (z.B. im Zwilag in Würenlingen) oder in grossem Lagerbecken (z.B. im KKW Gösgen). Noch nie ist in der nun weltweit während mehr als 40 Jahren verfolgten Praxis, mit unzähligen Transporten zu und weg von den oberirdischen Lagerplätzen, eine Person wegen zu grosser Bestrahlung zu Schaden gekommen. Finnland wird in diesem Jahr als erstes Land mit der Lagerung hochaktiver Brennelemente in einem unterirdischen Endlager beginnen. Im Klartext heisst dies: die Endlagerung hochaktiver Abfälle ist technisch einwandfrei gelöst! Dem weiteren Bau von noch sichereren Kernkraftwerke der III+ und SMR-Generation steht nichts mehr im Wege.

Hans Rudolf Lutz, alt Kantonsrat, Lostorf 18. Februar, 2020

 

Ausser Spesen – nichts gewesen.

Etwa so werden wir Schweizer unsere, gemäss Bundespräsidentin unbedingt notwendigen, Anstrengungen hinsichtlich Verminderung des CO2-Ausstoses in einigen Jahren benennen können. Warum das? Ich nenne Ihnen ein vielleicht augenöffnendes Beispiel: In China sind im Moment eine grosse Zahl von Kohlekraftwerken mit einer Gesamtleistung von 121‘000 MegaWatt (= 121 Gosesger Kraftwerke) im Bau. Wenn einmal im Betrieb, werden diese pro Jahr rund 800 Millionen Tonnen CO2 an die Atmosphäre abgeben. Die jetzt vorgeschlagenen Massnahmen zur Reduktion des Schweizer Jahresausstosses von 40 MioT können, wenn’s hoch kommt, 8 MioT erreichen. Also, 1% der zusätzlichen chinesischen Abgaben. Von Indien mit seinen australischen Kohleverträgen und einer Reihe anderer Länder, die auch weiterhin Kohlekraftwerke erstellen brauchen wir gar nicht zu reden. Das Beispiel China zeigt, wie völlig nutzlos der teure Schweizer CO2-Minderungsbeitrag sein wird. Viel gescheiter wäre es, sofort den Energiewende-Unsinn zu stoppen und mit der Planung neuer, noch sicherer Kernkraftwerke zu beginnen.

Hans Rudolf Lutz, alt Kantonsrat, Lostorf 23. Januar 2020